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Ein erster Blick auf ISO 45001, der BS OHSAS 18001 Nachfolger: Änderungen und Zeitplan

Update

Diese Informationen wurden am 8. September 2017 aktualisiert, um aktuelle Entwicklungen im Entwurfsprozess der ISO 45001 zu berücksichtigen.

Der internationale Standard ISO 45001, der BS OHSAS 18001 ersetzen wird, stellt Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz-Managementsysteme und wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 veröffentlicht werden. Um Unternehmen während des Übergangs von BS OHSAS 18001 zu ISO 45001 zu begleiten, informieren wir Sie regelmäßig über die neuesten Entwicklungen.

Welche Veränderungen von BS OHSAS 18001 zu ISO 45001 können wir erwarten?

Da sich der Standard noch im Entwurfsstadium befindet, muss man mit Ankündigungen noch vorsichtig sein. Das Ziel des Standards bleibt jedoch nach wie vor, Anforderungen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz-Managementsysteme zu formulieren, und somit Unternehmen zu helfen die Gesundheit und Sicherheit Ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten.

Obwohl sich die ISO 45001 größtenteils deckungsgleich zu BS OHSAS 18001 verhält, gibt es einige Änderungen zu vermerken:

  • Der Standard wird dieselbe Struktur wie ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 aufweisen und sich auch derselben Terminologie bedienen. Dadurch wird die Integration von OH&S in das Gesamtmanagementsystem deutlich erleichtert.
  • Der Standard folgt dem gängigen Plan-Do-Check-Act (PDCA) Modell, welches Organisationen einen Rahmen bietet, Risiken zu minimieren. Obwohl der Fokus auf Risiken nicht neu ist, nähert sich die ISO 45001 mit dieser expliziten Hervorhebung eines risikobasierten Ansatzes an ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 an, welche Risiken ebenfalls als einen Startpunkt einordnen.

ISO 45001
  • Um das Schadensrisiko zu minimieren, müssen alle Aspekte einbezogen werden, die zu langfristigen Gesundheitsfolgen und Abwesenheiten von der Arbeit führen können. Dies umfasst auch psychologische Faktoren wie Stress, die innerhalb des OH&S Rahmens gemanagt werden können.
  • Die Tatsache, dass der Standard dieselbe Struktur wie ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 haben wird, lässt darauf schließen, dass es einen stärkeren Fokus auf den Kontext der Organisation geben wird. Organisationen sind damit aufgefordert, Bedürfnisse und Erwartungen interessierter Parteien (allgemein bekannt als Stakeholder) zu verstehen und alle internen und externen Aspekte zu berücksichtigen, die einen Einfluss auf die Fähigkeit der Organisation haben können, ihre OH&S Ziele zu erreichen.
  • Die Nennung des Unternehmenskontexts bedingt, dass Unternehmen über die Gesundheits- und Sicherheitssysteme ihrer eigenen Einrichtungen hinausschauen und sich auch mit Arbeitsbedingungen auseinandersetzen sollen, die außerhalb ihres direkten Einflussbereichs liegen. Dies reflektiert die Zusammenarbeit mit Subunternehmen und Lieferanten. Liefer- und Einkaufsrichtlinien sollen alle Einflüsse auf jede Person adressieren, die für die Organisation Aktivitäten wahrnimmt, Produkte produziert oder Dienstleistungen erbringt.
  • Eine weitere zu erwartende Änderung wird die erweiterte Verantwortlichkeit des Top Managements sein. Gesundheit und Sicherheit sollen zentrale Punkte des gesamten Management Systems werden, was ein solides Engagement des Top Managements verlangt. Gleichzeitig wird es notwendig alle Beschäftigten in die Erreichung der OH&S Ziele einzubinden.
  • Außerdem wird es eine starke Forderung geben, rechtliche und regulatorische Compliance Richtlinien über alle Phasen des PDC-Zyklus hinweg innerhalb des gesamten Managementsystems zu adressieren.

ISO 45001 definiert keine spezifischen KPIs für Arbeitsschutz, sondern fordert viel mehr eine kontinuierliche Verbesserung der KPIs, die sich eine Organisation selbst gesetzt hat.

Wie sieht der Zeitplan für den neuen Standard aus?

Die Veröffentlichung der ISO 45001 war ursprünglich für Ende 2016 geplant. Jedoch lehnten die ISO Mitglieder einen ersten Entwurf ab, sodass ein zweiter Committee Draft (CD2) erstellt werden musste. Auch der Draft International Standard (DIS) konnte Mai 2016 nicht genügend Stimmberechtigten überzeugen, wodurch ein zweiter DIS erstellt werden musste. Die noch einmal sehr weitreichende Überarbeitung des derzeitigen Entwurfs hat sich als zeitaufwändiger erwiesen als geplant, wodurch sich das Veröffentlichungsdatum erneut nach hinten verschob.

Am 13. Juli endete die Abstimmungsphase für den zweiten Entwurf von ISO DIS 45001.2: 2017. 57 Stimmen votierten für den Entwurf, sieben Stimmen dagegen und acht Stimmen enthielten sich. Im Ergebnis wurde der DIS vom zuständigen Komitee ISO/PC 283 genehmigt. Gleichwohl sind bis zum 13. Juli 2017 mehr als 1.600 Kommentare eingegangen, die nun vom ISO-Komitee überprüft werden. Nach dieser Überprüfung wird der Ausschuss wissen, ob er in der Lage ist, die Stufe eines Final Draft (FDIS) zu überspringen und direkt die finale Version des Standards zu veröffentlichen – möglicherweise bis Ende 2017. Sollte hingegen ein FDIS-Stadium erforderlich sein, würde sich die Veröffentlichung bis 2018 verzögern.

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Weiterführende Informationen

Während die Veröffentlichung näher rückt, bietet die DQS Workshops und Webinare an, welche Unternehmen auf die Einführung von ISO 45001 bestmöglich vorbereiten. Sie möchten über zukünftige Veranstaltungen informiert werden und aktuelle Informationen über ISO 45001 erhalten? Melden Sie sich für den DQS CFS Newsletter an!

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About the Author

Dr. Thijs Willaert is Director of Marketing & Communication at DQS CFS GmbH

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