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Vier wesentliche Erkenntnisse der DQS-Nachhaltigkeitskonferenz 2017

Über 120 Nachhaltigkeitsexperten und CSR-Manager aus den verschiedensten Wirtschaftszweigen machten sich am 17. Mai 2017 auf den Weg nach Düsseldorf. Ihr Ziel: die DQS-Nachhaltigkeitskonferenz, welche in diesem Jahr bereits zum vierten Mal veranstaltet wurde. Was wir aus den vielen herausragenden Vorträgen gelernt haben, erfahren Sie in diesem Bericht.

Bei der Konferenz, die unter dem Motto „Sustainability Heroes“ stattfand, standen Best-Practices und Erfahrungsberichte im Vordergrund. Dabei gab die Wirtschaft den Ton an: Zu den referierenden Unternehmen zählten unter anderem ALDI SÜD, Siemens, Deutsche Post DHL, Trigema, Transgourmet, E.ON sowie die Brau Union Österreich.

Neben den Vorträgen leisteten auch die vielen wertvollen Wortmeldungen und Fragen aus dem Publikum einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Konferenz. Um die Interaktion zwischen allen Beteiligten zu vereinfachen, wurde in diesem Jahr erstmals eine App eingesetzt. Diese App ermöglichte es den Teilnehmern, während der Vorträge Fragen an die Referenten zu stellen sowie sich live an Umfragen zu beteiligen und Stellungnahmen abzugeben.

Eine Übersicht über die wesentlichen Erkenntnisse sowie alle Vorträge und Bilder finden Sie auf dieser Seite.

Erkenntnis #1: Kennzahlengesteuertes Nachhaltigkeitsmanagement setzt sich durch

Noch vor wenigen Jahren waren blumige Worte und unverbindliche Absichtserklärungen kennzeichnend für  das Thema Nachhaltigkeit. Wenn die DQS-Nachhaltigkeitskonferenz als Maßstab für die Wirtschaft in Deutschland gilt, liegt diese Zeit nun hinter uns: Im Fokus vieler Präsentationen standen keine abstrakte Unternehmenswerte, sondern die aktuelle CSR-Performance des Unternehmens, die anhand belastbarer Kennzahlen nüchtern aber selbstbewusst dargestellt wurde. Das altbekannte Motto „Was man nicht messen kann, kann man nicht verbessern“ hat sich also auch im Nachhaltigkeitsmanagement durchgesetzt.

Entsprechend hat sich auch die Rolle des Nachhaltigkeitsmanagers geändert: Die Referenten jonglierten mit Kennzahlen und wurden durch technische Rückfragen aus dem Publikum in keinster Weise in Verlegenheit gebraucht.

Erkenntnis #2: Eine Harmonisierung der Standards- und Bewertungssysteme für die Lieferkette ist zwingend notwendig

Im Rahmen seines Vortrags legte  Dr. Sied Sadek, Geschäftsführer der DQS CFS GmbH, dem Publikum einige Thesen zur Beurteilung vor. Die Umfrage unterstrich nochmal eindeutig, dass eine weitere Harmonisierung der Nachhaltigkeitsstandards und Auditsysteme prioritär sein muss:

DQS Nachhaltigkeitskonferenz

DQS Nachhaltigkeitskonferenz

Die Ergebnisse der Umfrage bestärken die von Dr. Sadek vorgestellte Initiative „German Association for Excellence“, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Auditbelastung zu reduzieren und den Austausch von Auditdaten zu erleichtern.

Erkenntnis #3: Die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird jedes Jahr ausgereifter

In den vergangenen Monaten dominierte das Thema Berichterstattung die Fachmedien – einerseits weil die GRI Standards die G4-Richtlinien ablösten, andererseits weil die sogenannte CSR-Berichtsplicht in Kraft getreten ist. Obwohl die EU-Richtlinien, die den Unternehmen bei der Einhaltung der Berichtspflicht helfen sollen, immer noch auf sich warten lassen und die Tauglichkeit des Deutschen Nachhaltigkeitskodex noch nicht abschließend geklärt ist,  sind viele Teilnehmer der DQS-Nachhaltigkeitskonferenz dem Gesetzgeber schon einige Schritte voraus: 63 % des Teilnehmerfeldes veröffentlichte für das Geschäftsjahr 2016 bereits einen Nachhaltigkeitsbericht.  Von denjenigen Unternehmen, die auch für das Jahr 2017 einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen wollen, planen 60% sogar eine externe Prüfung des gesamten Berichts oder Teilen davon.

Erkenntnis #4: „Manchmal reicht es für Nachhaltigkeit, anders zu sein als alle anderen.“

Einen Vortrag der in gewisser Hinsicht aus der Reihe fiel, und deshalb umso spannender war, war der von  Jürgen Gassner, Leiter Einkauf und E-Commerce bei Trigema. Der Produzent von Sport- und Freizeitbekleidung wirbt damit, 100% seiner Produkte in Deutschland herzustellen. So vermeidet Trigema soziale Probleme in der Lieferkette, hält die Transportwege kurz und trägt zur lokalen Verankerung des Unternehmens bei. Im Fokus des Vortrags standen deshalb nicht die Kennzahlen, die zeigen sollen, wo sich Trigema auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit aktuell befindet, sondern das Geschäftsmodell an sich, das im Kern schon nachhaltig ist. Um es mit den Worten eines Teilnehmers auszudrücken: „Manchmal reicht es für Nachhaltigkeit, anders zu sein als alle anderen.“

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About the Author

Dr. Thijs Willaert is Communications Manager at DQS CFS GmbH
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