IFS PACsecure 1.1 Changes

IFS veröffentlicht IFS PACsecure Version 1.1: Überblick über die wesentlichen Änderungen

Dr. Thijs Willaert Lebensmittelsicherheit & Hygiene

Im Dezember 2017 wurde vom IFS eine aktualisierte Fassung des IFS PACsecure Standards herausgegeben. Wenngleich der Großteil der Forderungen unverändert geblieben ist, gibt es doch einige Neuerungen, die Ihre Aufmerksamkeit verlangen.

In den fünf Jahren die seit der Erstveröffentlichung des IFS PACsecure Standards vergangen sind, hat sich in der Verpackungsindustrie ein Bewusstsein für neue potentielle Gefährdungen und Herausforderungen etabliert. Mit der Erarbeitung der Version 1.1 hat sich der IFS zum Ziel gesetzt, die neuen Erwartungen der Stakeholder abzudecken und sicherzustellen, dass der Standard weiterhin die GFSI-Anforderungen erfüllt.

Unternehmen, die bereits nach IFS PACsecure zertifiziert sind, sollten bei der Umsetzung der neuen Version keine großen Schwierigkeiten haben. Dennoch gibt es zwei wesentliche Änderungen zu beachten: die Einführung eines neuen Kapitels zum Thema Produktbetrug („Product Fraud“) und die neue Möglichkeit, sich für unangekündigte Audits zu entscheiden.

Von Food Fraud zu Product Fraud: Hintergrund & Bedeutung

Wer in den letzten Jahren die Entwicklung der führenden Standards für Lebensmittelsicherheit beobachtet hat, weiß, dass das Thema Food Fraud in allen GFSI-anerkannten Standards für Lebensmittelsicherheit einen wichtigen Platz eingenommen hat. Welche Bedeutung aber hat das Konzept für die Packmittelindustrie?

GFSI definiert Food Fraud als bewusste und vorsätzliche betrügerische Ersetzung, Mischung, Kontamination oder Kennzeichnung, mit dem Ziel einen wirtschaftlichen Vorteil zu erlangen. Mit dem Begriff „Product Fraud“ baut der IFS auf dieser Definition auf, schließt aber gleichzeitig auch Betrug mit Non-Food Produkten ein.

Was sind jedoch mögliche Betrugsfälle, gegen die sich die Packmittelindustrie zu schützen hat? Einige typische Varianten sind:

  • Ersetzung von Rohmaterialien wie z.B. das Ersetzen von FSC- oder PEFC-zertifizierten Kartons durch nicht zertifizierte Kartons
  • Diebstahl von Restmengen Markenverpackungen, um gefälschte Ware als Markenware zu verkaufen
  • Diebstahl von Markenlogos und -designs um gefälschte Packmittel herzustellen

Product Fraud: Die Anforderungen des IFS PACsecure 1.1

Die wesentlichen Änderungen in der Version 1.1 befinden sich im neuen Abschnitt 4.20, in dem drei neue Anforderungen zum Thema Food Fraud aufgeführt werden:

  • Zertifizierte Standorte müssen eine dokumentierte Schwachstellenbewertung („Vulnerability Assessment“) für alle Rohmaterialien (Rohstoffe, Zusatzstoffe, Farben, Klebstoffe, Lösemittel, Hüllen, Rework), Produktzusammenstellungen, Prozesse (einschl. ausgelagerter), Verpackung und Etikettierung durchführen, um potentielle Risiken in Bezug auf Austausch, falsche Etikettierung, Fälschung und Betrug zu ermitteln. Die Kriterien für die Schwachstellenbewertung müssen definiert werden.
  • Zertifizierte Standorte müssen einen dokumentierten Plan zur Risikominderung und Bekämpfung von Produktbetrug vorlegen und umsetzen, der sich auf die Schwachstellenbewertung bezieht. Die Methoden der Kontrolle und Überwachung müssen identifiziert und umgesetzt werden.
  • Die Schwachstellenbewertung muss jährlich überprüft werden. Wenn die Schwachstellenbewertung ein erhöhtes Risiko ergibt, müssen die Kontroll- und Überwachungsverfahren überprüft und entsprechend angepasst werden.

Unangekündigte Audits

Mit der Version 1.1 haben Unternehmen die Möglichkeit, sich für unangekündigte Audits zu entscheiden. Es handelt sich um ein freiwilliges Verfahren. Entscheidet sich ein Betrieb für ein unangekündigtes Audit, dann wird das Audit zwischen 16 Wochen vor und 2 Wochen nach dem Stichtag durchgeführt. Betriebe haben die Möglichkeit bestimmte Sperrzeiten zu definieren, an denen keine Audits durchgeführt werden können (bis zu 10 Arbeitstage plus Betriebsstillstandzeit).

Bei den unangekündigten Audits handelt es sich um vollumfängliche Zertifizierungsaudits, die alle Anforderungen des Standards abdecken. Entscheidet sich ein Standort für ein unangekündigtes Audit, so ersetzt dies das reguläre Audit.

Die Anmeldung für unangekündigte Audits ist ab Juli 2018 möglich.

Zeitplan & Übergangsregelung

Die Version 1.1 des IFS PACsecure Standards wurde im Dezember 2017 veröffentlicht. Bei der Umstellung sind drei Phasen zu beachten:

  • Bis zum 2. Juli 2018: Die Version 1 bleibt weiterhin in Kraft. Audits nach der Version 1.1 sind noch nicht möglich.
  • Vom 2. Juli bis zum 31. August 2018: Standorte haben die Wahl, ob das Audit nach Version 1 oder 1.1 durchgeführt wird.
  • Ab dem 1. September 2018: Alle Audits werden auf Basis der Version 1.1 durchgeführt.
Mehr erfahren

Sie möchten weiterführende Informationen zu den Änderungen der Version 1.1 erhalten? Die Termine für Workshops & Kundenforen werden in Kürze bekanntgegeben.

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Dr. Thijs Willaert Administrator
Marketing & Communication
Dr. Thijs Willaert is Director of Marketing & Communication at DQS CFS GmbH
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