DQS Nachhaltigkeitskonferenz 2018 Panorama

DQS Nachhaltigkeitskonferenz 2018: Für die Nachhaltigkeit gibt es keinen Weg zurück

Dr. Thijs Willaert Soziale Verantwortung

Zum fünften Mal fand sie statt, zum fünften Mal in Folge erzielte sie einen Besucherrekord: Die DQS Nachhaltigkeitskonferenz 2018 lockte über 150 Nachhaltigkeitsexperten und CSR-Manager aus ganz Deutschland an. Was uns aus den vielen herausragenden Vorträgen, Diskussionen und Wortmeldungen im Gedächtnis geblieben ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wie auch in den letzten Jahren zeichnete sich die DQS Nachhaltigkeitskonferenz durch eine beeindruckende Themen- und Perspektivenvielfalt aus. Vertreter aller Branchen und Unternehmensgrößen trafen sich am 11. April im Marriott Hotel Frankfurt. Obwohl das Themenspektrum weit gefächert war, zog sich doch ein Leitthema durch das gesamte Programm: Der Einfluss externer Interessengruppen auf die Nachhaltigkeitsstrategie von Unternehmen.

Dass die Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen in der Regel im Dialog mit externen Stakeholdern abgestimmt werden, ist an sich nichts Neues. Das Ausmaß und die Qualität der externen Einflussnahme hat sich jedoch grundlegend verändert.

Gruppenbild DQS Nachhaltigkeitskonferenz 2018

Blickt man auf die erste DQS Nachhaltigkeitskonferenz in 2014 zurück, zeigt sich dies besonders deutlich. Auf die Frage, welche die wichtigsten „Treiber der Nachhaltigkeit“ sind, wurde damals häufig die Rolle des Endverbrauchers genannt. Unternehmen bemühen sich möglichst nachhaltig zu sein, um dem Wunsch des Endverbrauchers nachzukommen. Fünf Jahre später ist der Endverbraucher, wenn überhaupt, nur einer von vielen Stakeholdern, dessen Erwartungen und Anforderungen bei der Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie zu berücksichtigen sind.

Stefanie Sumfleth vom Modeanbieter bonprix (Teil der Otto Group) sagte es in einem Nebensatz, der die geänderte Perspektive illustriert: „Für viele Kunden ist es immer noch nicht entscheidend, ob Produkte nachhaltig produziert wurden.“ Mindestens genauso wichtig – und aus Unternehmenssicht von höherer Bedeutung ist es, die Erwartungen von Investoren, Gesetzgebern, NGOs, Geschäftspartnern und der Zivilgesellschaft zu erfüllen, da Sie diejenigen Stakeholder sind, die Unternehmen systematisch dazu anhalten, nachhaltig zu wirtschaften.

Sumfleth bonprix

Die Bedürfnisse der Stakeholdergruppen waren auch Themenschwerpunkt des ersten Vortrags. Herr Dr. Sied Sadek, Geschäftsführer der DQS CFS GmbH, betonte in seiner Eröffnungsrede die Notwendigkeit einer zugeschnittenen Nachhaltigkeitsberichterstattung, die den Anforderungen der unterschiedlichen Stakeholdern gerecht wird. Was diese Anforderungen beinhalten, wurde in den nachfolgenden Vorträgen und Diskussionen konkretisiert.

Sadek DQS CFS
Externer Treiber #1: Der Gesetzgeber

Die 2017 in Kraft getretene CSR-Berichtspflicht schreibt vor, dass Unternehmen von öffentlichem Interesse und mit mehr als 500 Mitarbeitern Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen bereitstellen müssen. In ihrem Vortrag berichtete Julia Brähler, Leiterin Nachhaltigkeit bei der Mainova AG, über ihre ersten Praxiserfahrungen mit den neuen gesetzlichen Anforderungen.

Braehler Mainova
Externer Treiber #2: Die Investoren

In der Paneldiskussion mit Frank Jacob (Union Investment) und Georg Hoffmann (Ritter Sport) wurden zwei neue Rahmenwerke vorgestellt, die beide dazu beitragen sollen, Nachhaltigkeitsaspekte bei der Evaluierung von Investitionsentscheidungen systematisch zu berücksichtigen.

  • Die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) versteht sich als Leitfaden, welcher Organisationen dahingehend anleitet, ihre klimabedingten Risiken zu ermitteln und zu veröffentlichen. Ziel ist es hierdurch Investoren, Kreditgebern und Versicherern angemessene Risikobewertungen zu ermöglichen
  • Der EU-Aktionsplan „Sustainable Finance“, der eine Neuausrichtung der Kapitalströme auf nachhaltige Investitionen bewirken soll

Externer Treiber #3: NGOs

Ein weiterer Höhepunkt der diesjährigen Konferenz war die Paneldiskussion mit Frau Katharina Jeschke (World Vision), Herrn Axel Bachmann (Coca-Cola) und Herrn Dr. Helmut Frieden (Symrise). Auch hier zeigte sich, wie sich die Perspektive auf den Stakeholderdialog in der Unternehmenspraxis geändert hat. Wo NGOs vor einigen Jahren oft noch als zusätzliche Arbeit wahrgenommen wurden, agieren sie nun häufig als Partner, deren Know-how Unternehmen dahingehend unterstützt, Projekte schneller und effektiver umzusetzen.

symrise world vision coca cola_dqs nachhaltigkeitskonferenz
Externer Treiber #4: Die Sustainable Development Goals (SDGs)

Der Vortrag von Herrn Achim Drewes, Leiter Public Affairs bei Nestlé Deutschland, thematisierte gleich zwei externe Treiber. Zum einen haben sich die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen als Handlungskompass durchgesetzt, zum anderen agieren Unternehmen, die sich den SDGs verschrieben haben, auch oftmals als Katalysator und werden somit selbst zum Treiber für ihre Lieferanten. In seinem Beitrag beschrieb Herr Drewes die wichtigsten Handlungsfelder für Nestlé und die bereits getroffenen Maßnahmen für eine nachhaltigere Lieferkette.

Drewes Nestle
Externer Treiber #5: Die Zivilgesellschaft

Etwas aus der Reihe fiel der Vortrag von Frau Saskia Jung, verantwortlich für Sustainability Relations bei der BASF SE. Ihr Vortrag thematisierte nicht die Erwartungen, die externe Stakeholder an Unternehmen stellen, sondern die Frage, wie man den Impact des unternehmerischen Handelns auf die Gesellschaft messen kann. Sie stellte hierzu den „Value-to-Society“-Ansatz vor, womit die BASF eine Methode entwickelt hat, die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit in monetären Einheiten zu messen.

Jung BASF
… und das ist nur der Anfang

Ohne Frage spielen beim Zustandekommen einer Nachhaltigkeitsstrategie neben den oben genannten fünf Treibern noch weitere Stakeholdergruppen eine Rolle. Die Liste der externen Treiber wird jedes Jahr länger – und das ist auch gut so! Fünf Jahre nach der ersten DQS Nachhaltigkeitskonferenz sollte auch den größten Skeptikern klar sein: Beim Thema Nachhaltigkeit gibt es kein Weg zurück.

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Dr. Thijs Willaert Administrator
Dr. Thijs Willaert is Director of Marketing & Communication at DQS CFS GmbH
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