ISO 14016

ISO 14016 – Gezielte Erhöhung der Glaubwürdigkeit von Umweltberichten

Heiko Störkel Neuigkeiten, Soziale Verantwortung, Umwelt

Dass Nachhaltigkeitsberichterstattung kein kurzlebiger Trend ist, ist auch der Internationalen Organisation für Normung klar. Davon zeugt die Entwicklung der neuen Norm ISO 14016. Die ISO 14016 soll einen Leitfaden zur Validierung und Verifizierung von Umweltberichten bereitstellen. Dessen Ziel ist es, die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit von veröffentlichten Umweltinformationen in Nachhaltigkeitsberichten zu erhöhen. Als anerkannte Prüfinstanz für Nachhaltigkeitsberichte und -kennzahlen begrüßt die DQS die Entwicklung der Norm.

Spätestens seit 2015 ist klar: Das Technische Komitee 207 der Internationalen Organisation für Normung (ISO TC 2017) verstärkt die Unterstützung von Normen und Werkzeugen im Bereich aktueller Nachhaltigkeitsthemen. In diesem Zuge wird – vermutlich ab Mitte 2019 – ein erster Entwurf der neuen ISO 14016 veröffentlicht werden.

Als Basis dafür dient die ISO-Norm 14064-3, in der Verifizierung und Validierung von Berichten über Treibhausgase geregelt sind. Des Weiteren sollen Inhalte aus bereits bestehenden Assurance-Standards zur Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten und Inhalte der EMAS-Verordnung der EU mit in die Norm einfließen.

Dass es den von Unternehmen veröffentlichten Umweltdaten teilweise vermeintlich an Glaubwürdigkeit mangelt, liegt oft nicht an den erhobenen Daten oder dem dahinterliegenden Prozess selbst. Das Kernproblem ist vielmehr, dass es keine einheitliche gute Grundlage zur Beurteilung der Glaubwürdigkeit von erhobenen Umweltdaten gibt. Und darüber hinaus ist auch der Assurance-Prozess – trotz international anerkannter Assurance-Standards, wie z.B. ISAE 3000 oder AA1000 – lange noch nicht einheitlich.

Dem möchte die ISO nun Abhilfe schaffen, indem Sie einen einheitlich geltenden Assurance-Standard mit der ISO 14016 für Umweltberichte vorlegt. Zudem soll in einem separaten neuen Standard, der ISO 17029 „Conformity Assessment“, generelle Anforderungen an Institutionen festgelegt werden, die Validierungen und Verifizierungen durchführen. Dieser würde dann auch Anwendung finden, bei Organisationen, die Assurance Statements für (Nachhaltigkeits-)Berichte anfertigen. Kernziel ist ein einheitliches Verständnis der Begriffe ‚Validierung‘ und ‚Verifizierung‘ zu erreichen. Im Bereich der Unternehmensberichterstattung bezieht sich Verifizierung auf die Prüfung der Daten und den Datensammelprozess, wohingegen Validierung die Überprüfung der korrekten Nutzung der Aussagen dieser Daten beschreibt. Im Entwurf der ISO 14016 wird aufgezeigt, wie diese neue Definition von Validierung und Verifizierung dann in der Anwendung zu einer effektiven Assurance führt.

Neben diesem Bereich wird der neue Standard aber auch Anforderungen an die notwendigen Kompetenzen der ein Assurance durchführenden Personen beinhalten. Als anerkannte Prüfinstanz für Nachhaltigkeitsberichte begrüßt die DQS die Entwicklung der Norm. Behzad Sadegh, Produktmanager bei der DQS CFS für die Verifizierung von Nachhaltigkeitsberichten und -kennzahlen, misst der ISO 14016 eine große Bedeutung zu: „Bei jeder Berichtsverifizierung steht die Frage der Glaubwürdigkeit der Daten im Vordergrund. Wie wurden diese Daten erhoben? Sind die Daten in dem Kontext in den sie gestellt werden korrekt? Wird die Wesentlichkeit berücksichtigt? Unsere Aufgabe ist, das alles systematisch zu überprüfen. Die bessere Vergleichbarkeit von Umweltdaten und die damit einhergehende Steigerung ihrer Glaubwürdigkeit wird den Nutzen nicht-finanzieller Berichterstattung weiter erhöhen.“

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Heiko Störkel is Business Development Manager at DQS CFS GmbH
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