EU überarbeitet die Leitlinien für nichtfinanzielle Berichterstattung: Klimarisiken gewinnen an Bedeutung

Constanze Illner Neuigkeiten, Umwelt

Investoren, Kreditgeber und Versicherer haben einen gemeinsamen Informationsbedarf: sie müssen in der Lage sein, einschätzen zu können,  inwieweit Unternehmen Klimarisiken ausgesetzt sind. Die EU-Kommission hat nun ihre Pläne bestätigt und Klimarisiken in die Leitlinien für nichtfinanzielle Berichterstattung mit aufgenommen. Wenn Ihr Unternehmen bisher noch nicht darüber berichtet, inwieweit sich Klimarisiken auf die eigene Organisation auswirken, dann lesen Sie bitte weiter.

Klimarisiken haben in der Nachhaltigkeitsberichterstattung stark an Relevanz zugelegt. Innerhalb von nur wenigen Jahre ist das vorher meist übergangene Thema zu einem essentiellen Part der Berichterstattung geworden. Als die Europäische Union im Jahr 2014 ihre Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung veröffentlichte, stand das Thema Klimarisiko nicht hoch auf der Agenda. Fünf Jahre später hat sich das Blatt gewendet: Als Folge des EU-Aktionsplans für Nachhaltige Finanzierung wächst die Einsicht, dass Investoren und Versicherer in der Lage sein müssen, die Klimarisiken einzuschätzen, denen Organisationen ausgesetzt sind.

Unternehmen, die bislang nicht zu Klimarisiken berichten, wären also gut beraten, sich mit dem Thema zu befassen – und das im eigenen Interesse.

Was sind Klimarisiken und warum soll darüber berichtet werden?

Klimarisiken sind Risiken, die mit dem Klimawandel im Zusammenhang stehen. Diese können physisch sein, wie zum Beispiel Ernteeinbußen nach einer Dürre, durch extremes Wetter verursachte Sachschäden oder höhere Kosten durch den steigenden Meeresspiegel. Risiken können auch von Seiten der Behörden kommen wie etwa durch öffentliche Richtlinien zur Dekarbonisierung der Wirtschaft, steigende Emissionskosten, CO2-Abgaben, Produktvorschriften, etc.

Für Investoren, Kreditgeber und Versicherer ist dieses Risikobewusstsein von höchster Bedeutung, denn: Nur so können sie langfristig fundierte Entscheidungen treffen. Der EU-Aktionsplan für Nachhaltige Finanzierung macht den Informationsbedarf noch dringlicher: er zielt darauf ab, Investments neu zu orientieren, hin zu nachhaltigeren Technologien und Handel, und trägt zu einer kohlenstoffarmen, klimaresistenten Wirtschaft bei. Regelungen wie diese führen dazu, dass Unternehmen, die keine Transparenz bezüglich der eigenen Klimarisiken schaffen, es immer schwerer haben werden, Investoren anzuziehen, Kredite abzuschließen und angemessenen Versicherungsschutz zu erhalten.

Revision der EU-Leitlinien

Die erste EU-Leitlinie für die Offenlegung nichtfinanzieller Informationen, veröffentlicht im Juli 2017, enthielt keine Empfehlung bezüglich der Offenlegung von Klimarisiken. Eine zweite Version, die im Sommer 2019 veröffentlicht wird, ändert das. Die neue Version wird Unternehmen Anleitung dazu geben, wie klimabezogene Informationen künftig offenzulegen sind und wird mit den Empfehlungen der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) verbunden sein.

Ein detaillierter Überblick dazu, wie die Richtlinie aussehen könnte, ist im EU Bericht zu klimabezogenen Offenlegungen erhältlich. Änderungen an der finalen Version können natürlich nicht ausgeschlossen werden.

Eine nicht-bindende Leitlinie… aber ist sie wirklich optional?

Zur Klarstellung: das Update betrifft die nicht-bindende Leitlinien für nichtfinanzielle Berichterstattung, nicht die EU-Richtlinie selbst. Dies bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass Unternehmen nicht über Klimarisiken berichten müssen. Die EU-Richtlinie aus dem Jahr 2014 besagt bereits, dass betroffene Unternehmen ihre wesentliche Risiken in Bezug auf Umweltaspekte offenlegen müssen. Für viele Unternehmen werden diese wesentliche Risiken automatisch Klimarisiken beinhalten, die somit offengelegt werden müssen.

Was die DQS für Sie tun kann

DQS ist lizensierter Prüfer für Nachhaltigkeitsberichterstattung und Nachhaltigkeitsindikatoren. Eine externe Prüfung durch die DQS bestätigt die Glaubwürdigkeit und Angemessenheit von Nachhaltigkeitsdaten – einschließlich der offengelegten Klimarisiken. Unsere Prüfung berichtet darüber hinaus inwieweit die offengelegten Informationen mit der EU-Richtlinie für nichtfinanzielle Berichterstattung übereinstimmen.

Kontaktieren Sie uns, wir besprechen gerne Ihr Projekt. Aktuelle Neuigkeiten rund um das Thema Nachhaltigkeit erfahren Sie in unserem monatlichen Newsletter.

Constanze Illner Administrator
Constanze Illner is Marketing & Communication Officer at DQS CFS GmbH
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