Abfall als Chance – GRI veröffentlicht den 306: Waste Standard

Constanze Illner Soziale Verantwortung, Umwelt

Wie viel kostet es, eine Tonne Abfall zu entsorgen? Die nahezu weltweit richtige Antwort lautet: immer mehr. Für abfallintensive Industrien gehört Abfall zu den wesentlichen Betriebskosten. Grund genug, die Perspektive zu ändern, das Problem an der Wurzel zu packen und Müll nicht mehr als Abfall, sondern als Chance wahrzunehmen. Hierbei kann Ihnen der neue GRI 306: Waste 2020 Standard behilflich sein.

Nachhaltigkeitsberichte – für viele Unternehmen sind sie in Deutschland bereits verpflichtend. Andere berichten freiwillig über ihre Tätigkeiten und Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit. Sie sind sich bewusst, dass Transparenz Vertrauen schafft – insbesondere bei Nachhaltigkeitsthemen.

Bei der Berichterstattung orientieren sich viele an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Die Grundlage der Berichterstattung fundiert auf drei allgemeinen und 34 themenspezifischen Standards. Ein Nachhaltigkeitsbericht nach den GRI Standards hält also die Anforderungen der drei allgemeinen Standards ein und veröffentlicht darüber hinaus Angaben zu den Themen, die in Bezug auf die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens wesentlich (im englischen „material“) sind.

Müll – ein unternehmerisches Problem

Abfälle können durch die Aktivitäten des Unternehmens selbst entstehen, beispielsweise bei der Herstellung von Produkten und bei der Erbringung von Dienstleistungen. Abfälle können natürlich auch von vor- und nachgelagerten Unternehmen in der Wertschöpfungskette des Unternehmens generiert werden. All diese Dimensionen werden bei der Berichterstattung nach GRI 306: Waste unter die Lupe genommen.

Bei unzureichender Entsorgung kann Abfall zu erheblichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt und auf die menschliche Gesundheit führen – und zwar grenzüberschreitend. Wenn Abfälle verbrannt oder deponiert werden, gehen die Ressourcen und Materialien, die sie enthalten, für die künftige Verwendung verloren, was ihre die Ausbeutung beschleunigt.

Müll ist dementsprechend nicht nur ein Problem für die Gesellschaft, sondern auch für Unternehmen, – etwa, wenn Kunden Produkte bevorzugen, die weniger Müll produzieren, wenn Ressourcen knapp werden oder die Kosten der Entsorgung weiter ansteigen.

Probleme angehen mit GRI 306: Waste

Unternehmen, die Müll als wesentliches Thema erkannt haben, sind bei der Berichterstattung nach den GRI Standards dazu verpflichtet, ihre abfallbedingten Auswirkungen zu identifizieren und zu verwalten. Für diesen Zweck wurde GRI 306: Waste 2020 entwickelt. Es handelt sich dabei um das erste weltweit anwendbare Werkzeug, mit dem Unternehmen über ihre Abfallauswirkungen berichten und kommunizieren können.

GRI 306: Waste führt eine engere Beziehung zwischen Materialien und Abfällen ein, um berichterstattenden Unternehmen zu helfen, ihre abfallbezogenen Praktiken und Auswirkungen in der gesamten Wertschöpfungskette zu identifizieren und zu verwalten. Der Standard basiert dabei auf aktuellen Offenlegungs-, Zirkularitäts- und Abfallvermeidungskonzepten, die in der Abfallwirtschaft als Best Practices bewährt sind.

Neue Einsichten durch GRI 306: Waste

Anhand des Standards können Unternehmen:

  • Verstehen und öffentlich berichten, wie Beschaffung, Design und Verwendung von Materialien zu abfallbedingten Auswirkungen führen.
  • Umfassende Einblicke in die Menge und Qualität von Abfällen ermöglichen – einschließlich ihrer Ursachen, wo sie entstehen und wie die Auswirkungen gehandhabt werden.
  • Möglichkeiten und Maßnahmen zur Zirkularität und Abfallvermeidung ermitteln und darüber Bericht erstatten. So können Sie potentielle Chancen identifizieren, die sich aus Ihrem Abfall ergeben.
  • Abfällen, die in der gesamten Wertschöpfungskette (sowohl vor- als auch nachgelagert) entstehen, beurteilen und dafür Verantwortung übernehmen.

Hier können Sie den Standard herunterladen.

Zeitplan

Der GRI 306: Waste 2020 Standard aktualisiert, erweitert und ersetzt GRI 306: Effluents & Waste 2016. Er gilt für Unternehmen jeder Größe, unabhängig davon, wo sie sich in ihrer Abfallbewirtschaftungs- und Berichterstattungspraxis befinden.

Der Standard tritt am 1. Januar 2022 in Kraft. Das bedeutet, dass Berichte, die ab dem 1. Januar 2022 veröffentlicht werden und Abfall als wesentliches Thema nennen, den Standard berücksichtigen müssen. Eine frühere Implementierung ist möglich und wir von GRI ausdrücklich gewünscht.

Was die DQS für Sie tun kann

Die DQS ist lizensierter Prüfer für Nachhaltigkeitsberichterstattung. Eine externe Prüfung durch die DQS bestätigt die Glaubwürdigkeit und Angemessenheit Ihres Nachhaltigkeitsberichts.

Kontaktieren Sie uns, wir besprechen gerne Ihr Projekt! Aktuelle Neuigkeiten rund um das Thema Nachhaltigkeit erfahren Sie in unserem monatlichen Newsletter.

Constanze Illner Administrator
Constanze Illner is Research & Communication Officer at DQS CFS GmbH
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