Corona & Normung: Welche Standards und Zertifizierungen sind verfügbar?

Dr. Thijs Willaert Lebensmittelsicherheit & Hygiene, Neuigkeiten, Uncategorized

In den letzten Wochen wurde wir immer wieder gefragt, ob es ISO-Normen gibt, die Unternehmen dabei helfen, die Corona-Krise zu bewältigen. Die schlechte Nachricht: ISO-Normen, die sich speziell mit der COVID-19 Pandemie befassen, gibt es nicht. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche andere Normen und Zertifizierungen, die als Bezugspunkte dienen können. In diesem Artikel stellen wir Ihnen einige der wichtigsten vor.

Was als Gesundheitskrise begann, hat sich in den letzten Wochen zu einer echten Vertrauenskrise entwickelt. Um in diesen Zeiten erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen das Vertrauen diverser Parteien gewinnen:

  • Die Behörden müssen überzeugt werden, dass der Geschäftsbetrieb die öffentliche Gesundheit nicht gefährdet
  • Mitarbeiter müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Arbeitsplatz sicher und hygienisch ist
  • Kunden brauchen die Gewissheit, dass sie sich auf Ihr Unternehmen verlassen können –  ohne Gesundheitsrisiken oder Lieferausfälle

Vertrauen durch Standards, Normen und Zertifizierungen

Standards können bei der Vertrauensbildung eine Schlüsselrolle spielen: Sie legen die Anforderungen fest, die Organisationen erfüllen müssen, um sicherzustellen, dass sicher und hygienisch gearbeitet werden kann.

Internationale Normen durchlaufen jedoch in der Regel eine lange Phase der Konsensbildung und Entwicklung. Die Entwicklung von ISO-Normen zum Beispiel dauert Jahre. Gerade weil sie das Endprodukt eines Multi-Stakeholder-Prozesses sind, werden sie großflächig akzeptiert.

Um mit der aktuellen Pandemie kompetent umgehen zu können, benötigen wir jedoch einen agileren Standardisierungsprozess. Durch die Entwicklung von auditierbaren Protokollen für verschiedene Industriesektoren trägt die DQS zu diesem Prozess bei. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die verfügbaren Standards und Initiativen.

Bestehende ISO-Normen für den Umgang mit COVID-19

Zwar gibt es keine ISO-Normen, die Organisationen ausdrücklich vorschreiben, wie sie Infektionen mit COVID-19 verhindern oder sich auf eine Pandemie vorbereiten können. Es gibt jedoch Normen, die Unternehmen bei der Vorbereitung auf Krisen und Betriebsstörungen helfen.

Die bekannteste von ihnen ist ISO 22301, die Anforderungen an Business-Continuity-Management-Systeme festlegt. Ein Business-Continuity-Management-System (BCM) hilft Unternehmen, sich auf Vorfälle und Krisen vorzubereiten, schnell und angemessen zu reagieren und Ausfallzeiten und Auswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Informationsseite zu ISO 22301.

Andere Normen derselben Familie konzentrieren sich auf die unternehmerische Resilienz (ISO 22316), die Durchführung einer Business Impact Analyse (ISO/TS 22317), Richtlinien für die Kontinuität in der Lieferkette (ISO/TS 22318), den menschlichen Faktor bei der Geschäftskontinuität (ISO/TS 22330) und den strategischen Aspekt (ISO/TS 22331).

Zusammengenommen helfen diese Normen Organisationen, sich auf Krisen vorzubereiten, Reaktionspläne zu entwickeln, die Auswirkungen zu bewerten, Ausfallzeiten zu minimieren und die Wiederherstellung zu optimieren. Es versteht sich von selbst, dass all diese Aspekte während einer Pandemie wie COVID-19, bei der Ausfälle und Unterbrechungen der Versorgungskette nach wie vor eine Bedrohung darstellen, von enormem Wert sind.

Neue Standards und Initiativen für Corona-Prävention und Bereitschaftsplanung

In den vergangenen Wochen wurden Hunderte neuer Richtlinien veröffentlicht. Die meisten von ihnen wurden von lokalen und nationalen Regierungen, Gesundheitsministerien, supranationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Universitäten und Industrieverbänden zusammengestellt.

Obwohl diese Richtlinien hervorragend erklären, wie Unternehmen ihren Betrieb wieder aufnehmen können, sind die meisten von ihnen nicht überprüfbar: Sie sind nicht dazu gedacht, als Grundlage für Audits und Inspektionen zu dienen.

Um diesen Bedarf zu decken und den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die Umsetzung von Präventivmaßnahmen nachzuweisen, hat die DQS eine Reihe von auditierbaren Protokollen und Zertifizierungslösungen entwickelt.

  • Sorgfaltspflicht bei Pandemien: Die Sorgfaltspflicht, auch Due Diligence genannt, bezieht sich auf die Pflicht von Unternehmen, alle zumutbaren Anstrengungen zu unternehmen, um negative Auswirkungen auf Mitarbeiter, Geschäftspartner, Kunden und die allgemeine Öffentlichkeit zu vermeiden. Dazu gehört auch, sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen vorbereitet ist und auch in Krisenzeiten ein zuverlässiger Partner sein kann. Unser Self-Assessment und Audit ermöglicht es Ihnen, Ihre Due-Diligence-Maßnahmen zu bewerten und die Wirksamkeit durch einen unabhängigen Dritten zu bestätigen.
  • Hygiene- und Desinfektionsstandard: Auf Grundlage der WHO-Richtlinien haben wir einen Hygiene-Standard entwickelt, der es Unternehmen ermöglicht, systematisch an Hygiene und Desinfektion heranzugehen. Die Umsetzung des Standards wird durch einen unabhängigen Dritten überprüft. Der Hygiene-Standard lässt sich auf Organisationen jeglicher Art und Größen anwenden.
  • Branchenspezifische Zertifizierung: Für bestimmte Branchen, wie der Hotellerie und dem Tourismus, sind spezifischere Anforderungen verfügbar. Alle Infos diesbezüglich finden Sie auf unserer Informationsseite

Über DQS

Die DQS-Gruppe ist eine weltweit tätige Audit- und Zertifizierungsstelle mit Sitz in Frankfurt am Main. Mit über dreißig Jahren Erfahrung und einem globalen Netzwerk von Auditoren sind wir Ihr Partner, wenn es darum geht, Vertrauen zu gewinnen und zu erhalten. Kontaktieren Sie uns. Wir besprechen gerne Ihr Projekt!

Dr. Thijs Willaert Administrator
Dr. Thijs Willaert is Director of Marketing & Communication at DQS CFS GmbH
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