GRI-Pilotprojekt: Der erste sektorspezifische Standard für Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur

Dr. Thijs Willaert Neuigkeiten, Umwelt

Biologische Vielfalt und natürliche Ressourcen zu erhalten, den Klimawandel abzuschwächen und die Landwirtschafts- und Fischereipraktiken anzupassen – es sind Herausforderungen, die innerhalb einer nachhaltigen Wirtschaft von größter Relevanz sind. Um die Transparenz in der Wirtschaft zu erhöhen, hat die GRI den ersten sektorspezifischen Standardentwurf zur Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgelegt, der sich an Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Aquakultur und Fischerei richtet.

Im Bereich Nachhaltigkeitsberichterstattung nimmt die gemeinnützige Multi-Stakeholder-Initiative GRI eine wichtige Position ein. Die Global Reporting Initiative (GRI) stellt Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zur Verfügung, die von Organisationen in über 90 Ländern angewendet werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Themen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Transparenz und klar definierte Kriterien sind von besonderer Bedeutung für die CSR-Berichterstattung, denn nur so kann eine Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit garantiert werden.

Um Sie auf dem aktuellsten Stand neuster Entwicklungen zu halten, berichten wir heute über die Entwicklungen im GRI-Pilotprojekt für sektorspezifischen Standards.

Seit Dezember 2019 berät die neue Arbeitsgruppe über das erste GRI Sektor Standard Projekt, welches spezifisch für die Bereiche Landwirtschaft und Fischerei definiert wird. Die Arbeitsgruppe besteht aus 19 Mitgliedern, die 14 Länder und sechs Regionen repräsentieren und dabei eine breite Palette von Rohstoffen und Produkten aus den Bereichen Landwirtschaft, Aquakultur und Fischerei vertreten.

Bis vor kurzem befand sich der neue Sektorstandard (Sector Standard for Agriculture, Aquaculture and Fishing) in der öffentlichen Kommentierungsphase, die am 30. Juli endete. Diese Phase ist von besonderer Relevanz, da sie die Klarheit, Durchführbarkeit, Vollständigkeit und Relevanz der Inhalte testet und so gewährleistet werden kann, dass die betroffenen Sektoren von diesem Standard profitieren können.

Zielsetzung für das Projekt

Das GRI-Sektorstandard-Projekt für Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur ist ein Pilotprojekt für das GRI-Sektorprogramm. Dieses Projekt zielt darauf ab, die wesentlichen Auswirkungen und Stakeholder-Belange für die Sektoren Landwirtschaft, Aquakultur und Fischerei aus der Perspektive einer nachhaltigen Entwicklung zu identifizieren und zu beschreiben. Dies dient als Grundlage für eine erhöhte Transparenz und eine konsistentere Berichterstattung von Organisationen in diesem Sektor. Das GRI-Sektorstandard-Projekt hat erkannt, dass die Bereiche Landwirtschaft, Aquakultur und Fischerei gemeinsame Merkmale als Produzenten von Nahrung aufweisen und ähnliche Auswirkungen auf Mensch, Wirtschaft und teilweise Umwelt haben, sodass diese als eine Gruppe zusammengefasst werden.

Der Sektorstandard kann für alle Organisationen aus diesem Bereich unabhängig von der geografischen Lage angewendet werden. Bei der Identifizierung der anwendbaren Branchenstandards sollte die Organisation ihren Hauptsektor berücksichtigen. Wenn die Organisation wesentliche Aktivitäten in mehr als einem Sektor hat, muss sie alle anwendbaren Branchenstandards anwenden.

Zeitplan

Der neue sektorspezifische Standard für Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur wird voraussichtlich im ersten Quartal des Jahres 2022 veröffentlicht. Ab wann dieser verbindlich gilt, ist bisher noch nicht bekannt – wir werden Sie über die aktuellen Entwicklungen aber auf dem Laufenden halten.

Parallel zur Entwicklung des Sektorprogramms wird der GRI-Universal-Standard überarbeitet und im Oktober 2021 verabschiedet.

Wesentliche Vorschläge

Der sektorspezifische Entwurf identifiziert 26 Themen als relevant für die Sektoren Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur. Jedes Thema beschreibt dabei die wichtigsten Auswirkungen in diesem Bereich und listet Angaben auf, die von den Sektoren als relevant für die Berichterstattung identifiziert wurden. Dabei überprüfen die Organisationen selbst, welche Themen für ihre Berichterstattung von Relevanz sind. Weitere ausführliche Angaben und Richtlinien zu den Themen finden Sie im hier verlinkten Expositionsentwurf.

Was die DQS für Sie tun kann

Die DQS ist lizensierter Prüfer für Nachhaltigkeitsberichterstattung. Eine externe Prüfung durch die DQS bestätigt die Glaubwürdigkeit und Angemessenheit Ihres Nachhaltigkeitsberichts.

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Dr. Thijs Willaert Administrator
Dr. Thijs Willaert is Director of Marketing & Communication at DQS CFS GmbH
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